AIDS: Paviane als Knochmarkspender!
Christian Kosanetzky
C.KOSANETZKY at natur-ms.westfalen.de
Mon Jul 17 12:55:00 EST 1995
Knochenmark von Affen gegen AIDS
US-Gesundheisbehörde erlaubt Transplantation von Pavian zu Mensch
NEW YORK (dpa). Knapp 15 Jahre hat Jeff Getty den Aidserreger HIV in
seinem Körper in Schach gehalten.Jetzt sind die Kräfte des Kaliforniers am
Ende: Es gibt nur eine Rettung für ihn: das Knochnmark von Pavianen. Das
wollten ihm Forscher schon Anfang April einpflanzen, aber die
amerikanische Gesundheitsbehörde FDA stoppte die Transplantation und bat
ersteinmal die Experten zu Wort. Ihr Votum gibt Getty jetzt eine ketzte
Chance und eröffnet ein neues Kapitel in der AIDS-Bekämpfung.
Nur zögernd, aber doch mehrheitlich empfahl der Ausschuß der FDA am
Wochenende, das Experiment zu wagen. Paviane sind immun gegen das
AIDSvirus HIV. Ihr Knochnmark könnte das geschwäöächte Immunsystem von
Aidspatienten deshalb neu aufbauen und gleichzeitig verhindern, daß das
tödliche Virus wieder die Oberhand gewinnt.
Kritiker warnen aber, daß dem ihnehin abwehrschwachen Patienten mit dem
tierischen Knochenmark neue Erreger ins Blut gespritzt werden könnten:
Pavian-Viren. Ihre Schreckensvisionen reflektiert der Film "Outbreak" von
Wolfgang Petersen, in dem ein Affenvirus eine tödliche Epidemie auslöst.
Auch das Aidsvirus HIV, glauben zahlreiche Wissenschaftler, übernahm der
Mensch vor Jahren einmal von Affen.
Die Verpflanzung tierischer Organe - auch als xenografischen
Organtransplantatation bekannt - ist an sich nicht neu. Pavian- und
Schimpansen-Nieren wurden Menschen schon 1964 eingesetzt. Ein Pavianherz
schlug 1984 erstmals in einem Baby. Seit 1990 wagten sich amerikanische
Forscher auch an Lebertransplantationen, zwei von Pavianen und eine von
einem Schwein.
Manche Patienten lebten nur Tage mit dem artfremden Organ. Keiner
übberlebte es länger als 6 Monate. Aber das muß nicht si bleiben. Denn die
Medizin macht große Fortschritte in der Analyse und Bekämpfung der Abwehr
artfremden Gewebes durch das menschliche Immunsystem- Pharmafirmen sehen
in diesem Feld einen lukrativen Markt für die Zukunft!
(WN, vom 17. Juli 1995)
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Es grüßt
der BEEKEEPER
Christian Kosanetzky
C.Kosanetzky at Natur-MS.westfalen.de
"Der Computer ist das beste Mittel zur Lösung von Problemen, die man ohne
ihn nicht hätte."
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